5 regionale Gemüseboxen im Test

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Wie kommt man im Winter an frisches regionales Gemüse? Ganz einfach: Man bestellt sich eine Gemüsebox nach hause! Wir haben dafür 5 Anbieter getestet.  

Zurzeit sind die Regale der Detailhändler zu einem grossen Teil mit Exotischem aus Übersee gefüllt und nicht mit saisonalem Grünzeug aus der Schweiz. Abhilfe würde da natürlich der Gang zum Frischwarenmarkt schaffen, doch wie häufig kommt man neben dem Arbeiten, Socializen, Sport treiben – und mit dem Vorsilvesterstress im Nacken – dazu, einen Markt zu besuchen?

Die Alternative: Sich die Ware eines lokalen Anbieters nach hause liefern lassen. Was einen dabei erwartet, haben wir für euch getestet, anhand der Angebote von Grow Local, Öpfelchasper, Querbeet, Mahler&co sowie Bio-Mio. Bestellt wurden die Boxen zwischen Mitte November und Mitte Dezember.

Grow Local

Umfang (Gemüsebox wurde selbst zusammengestellt): 2 Zebra-Auberginen, 1 kleiner Kürbis, eine Gelbrübe, ein Knollensellerie mit Kraut, 4 Karotten, ein Sack Spinat, zwei Eichblatt-Salatköpfe, Radieschen-Sprossen

Preis: 27.75 Franken + 5.- Liefergebühr

Herkunft: Demeter-Hof Gut Rheinau, ZH

Lieferart: Eigener Kurier

Verpackung: Papiersack

Lieferfrequenz: Kein klassisches Abo aber wöchentlicher Dauerauftrag möglich, Lieferung an mehreren Wochentagen möglich

Bestellung über: www.growlocal.ch 

Pluspunkte: Unter dem Namen Grow Local verkauft Lukas Furrer alias „Der Bio-Milchmann“ frisches Gemüse und Früchte von einem Demeter-Hof im Zürcherischen Steinmauer. Seine Auswahl reicht von Allroundern bis hin zu aussergewöhnlichen Gemüsesorten. Das Gemüse wird grösstenteils (Ausnahme waren die Sprossen) ohne jegliche Plastikverpackung in einem Papiersack geliefert. Toll an diesem Anbieter ist vor allem, dass er – wie es der Name bereits verrät – auch Milchprodukte liefert und einem in einem regelmässigen Newsletter auf die aktuelle Ware anderer Anbieter, die bei der Plattform Grow Local vertreten sind, hinweist. So kann man in regelmässigen Abständen auch Bio-Fleisch und frischen Fisch aus dem Zürichsee bestellen.

Minuspunkte: Der einzige Minuspunkt lässt sich darin finden, dass der Papiersack recht feucht geworden ist und daher leider nicht aufgehoben werden konnte.


 Öpfelchasper

Umfang „Schweizer Bio-Früchte und Gemüse-Korb für 2 Personen“: 1 Stangensellerie, 400 g Schwarzwurzeln, ¼ Kürbis, ein halber Blumenkohl, 2 Birnen, 2 Mandarinen, 1 Zitrone, 1 Ingwerknolle

Preis: 19.50 Franken + 8.50 Franken Liefergebühr

Herkunft: Gemüse aus der Region Zürich und dem nahem Ausland, Früchte aus der Schweiz und dem Ausland

Lieferart: Velo-Kurier

Lieferfrequenz: Montags oder mittwochs, Abo jederzeit kündbar

Verpackung: Körbchen und Klarsichtfolie

Bestellung über: www.oepfelchasper.ch

Pluspunkte: Der Öpfelchasper, gegründet von den Freunden Armin, Dominik und Martin, lässt sein Gemüse sehr umweltfreundlich per Velokurier liefern. Ebenfalls punkten kann dieser Anbieter dadurch, dass zum Gemüse Rezepte mitgeliefert werden und so auch ungeübte Köche herausfinden, wie man z.B. Schwarzwurzeln zubereitet oder wie man sich am schnellsten einen frischen Ingwertee brüht. Das Weidenkörbchen, in dem das Gemüse geliefert wird, kann man bei der Folgelieferung zurückgeben.

Minuspunkte: Das Unternehmen liefert leider nur innerhalb der Stadt, wobei man sich die Ware auch ins Büro liefern kann, wenn man in Zürich arbeitet. An einzelne angrenzende Städte wird auf Anfrage auch für eine zusätzliche Gebühr von 5.- Franken geliefert, was angesichts der bereits hohen Lieferkosten, aber etwas unverhältnismässig ist. Ein jedoch viel grösserer Dorn im Auge war bei diesem Anbieter das Verpackungsmaterial, das neben einem flachen Körbchen – das man bei einer einmaligen Bestellung nicht retournieren kann – aus einer dicken Schicht Klarsichtfolie bestand. Ebenfalls sehr unsinnig war, dass ein Teil des Gemüses zerkleinert war (Kürbis und Blumenkohl). Was wahrscheinlich der Grund dafür war, dass dieses nicht lange frisch blieb und was noch mehr Verpackungsmaterial mit sich brachte. Zumal die kleine Menge Gemüse gerade Mal für zwei kleine Mahlzeiten reichte.


 Querbeet

Umfang „Testbox Gemüsekiste klein“: 1 Kilo Karotten, 2 Kürbisse, ein Kohlkopf, ein Zuckerhut, 800g Topinambur, 3 Kiwis, 6 Äpfel

Preis: 28.- Franken + 7.90 Franken Liefergebühr

Herkunft: Biologisches Saisongemüse und -früchte kommen wenn möglich aus der Region

Lieferart: Eigener Kurier

Lieferfrequenz: Wöchentlich/ zweiwöchentlich/ dreiwöchentlich, verschiedene Liefertage möglich, jederzeit kündbar

Verpackung: Kartonschachtel und Plastiksack

Bestellung über: www.quer-beet.ch

Pluspunkte: Positiv überraschend war hier die grosse Vielfalt an frischem Gemüse und Früchten, die bis auf etwas Plastik ökologisch Verpackt wurde. Bei regelmässiger Bestellung wird die Kartonschachtel zudem durch eine Plastikbox ersetzt, die man bei der nächsten Lieferung zurückgeben kann. Auch bei diesem Anbieter kann man seine Bestellung über den Online-Bio-Shop mit Milchprodukten sowie Süssmost, Brot und Eiern von regionalen Anbietern ergänzen. Ein Pluspünktchen gibt es auch für das nützliche kleine Geschenk für Neukunden: Eine Einkaufstasche aus Stoff.

Minuspunkte: Abzug gibt es für die Auswahl des Gemüses, da Kohl und Zuckerhut recht ähnlich zubereitet werden, man also eine Woche lang ähnliche Rezepte kochen muss. Zudem waren die Kürbisse sehr klein, resp. der Anteil an Kürbisfleisch recht gering und einer der Kürbisse war faul. Ebenfalls Abzug gibt es, da die Herkunft der exotischen Früchte (Kiwis) nicht klar deklariert ist.


Mahler&co

Umfang „Probe-Bio-Box Gemüseabo Midi“: 2 Lauchstangen, 1 Kilo Karotten, 1 Kilo Kartoffeln, ein Zuckerhut, 3 Randen, ein Kopf Cicorino Rosso, zwei Artischocken, 7 Mandarinen

Preis: 36.- Franken

Herkunft: Hof der Familie Rathgeb in Unterstammheim, ZH

Lieferart: Post

Lieferfrequenz: Wöchentlicher Dauerauftrag möglich, Lieferung an mehreren Wochentagen möglich

Verpackung: Kartonschachtel, Papier und Plastiksäckli

Bestellung über: www.mahlerundco.ch 

Pluspunkte: Auch die Gemüsebox von Mahler&co, die mit Waren des Familienbetriebs Rathgeb aus dem zürcherischen Unterstammheim gefüllt ist, besticht durch eine Vielfalt an frischem Gemüse und Früchten. Sehr toll ist, dass man seine Gemüsebox mit Kochzutaten wie Bio-Tomatensauce und Nudeln oder mit Trockenfrüchten erweitern kann. Zudem kann man bei Mahler&co auch reine Früchte-Boxen abonnieren und Bio-Fleisch-Boxen. Daneben gibt es durch die Zusammenarbeit verschiedener Anbieter neben weiteren Lebensmitteln im Online-Shop auch Haushaltsartikel, Naturkosmetik, Wein und Tierfutter. Auf derselben Webseite findet man auch tolle Blogbeiträge zur Herkunft und Verarbeitung diverser Produkte. Ein letztes Pünktli gibt es für das grosszügige Advents-Goodie in Form von Erdnüssli.

Minuspunkte: Abzug gibt es dafür für die Karotten, die trotz kühler und trockener Lagerung sehr schnell schimmlig wurden. Minuspunkte gibt es auch für die Verpackung. Das die Box per Post verschickt wird hat es sehr viel Papier zur Polsterung sowie mehrere Plastiksäcke worin die einzelnen Zutaten verpackt sind, wovon man nur weniger wiederverwenden kann. Zudem sind die Karotten und Kartoffeln in handelsüblichen Plastiksäcken verpackt, was zusätzlichen Abfall verursacht.


Bio-Mio

Umfang: 1 Lauch, ein Kürbisschnitz, 3 Äpfel, ein Bund Peterli, 2 Randen, 600g Kartoffeln, 1 Sack Nüsslisalat, 1 Kilo Karotten und ca. 500g Pilze

Preis: 36.- Franken

Herkunft: Stiftung zur Weid in Mettmenstetten, ZH / Biohof Fluofeld in Oberarth, SZ / Ramon Staubli in Muri (AG)

Lieferart: Eigener Kurier / in der Stadt durch Velokuriere

Lieferfrequenz: Alle zwei Wochen, mittwochs oder freitags, monatlich kündbar

Verpackung: Plastikkorb, kompostierbare Plastiksäckli, Papiertütchen

Bestellung über: www.bio-mio.ch

Pluspunkte: Für die Umsetzung ihrer Gemüse-Früchte-Boxen konnte Marina Wacker gleich drei Höfe begeistern, sodass ihr Angebot sehr gut durchmischt ist. Positiv fällt hier auch aus, dass die Ware in einem Korb geliefert wird, der zurückgegeben werden kann und die verwendeten Säcke (Salat und Kürbis) kompostierbar sind. In der Stadt werden die Boxen zudem klimafreundlich nach hause oder ins Büro geleifert – von den Velokurieren des Integrationsprojekts Züriwerk. Pluspunkte gibt es auch für die Tipps zur Lagerung des Gemüses, die es per Mail gibt und die Rezepte die man auf der Webseite findet. Auch die Boxen von Bio-Mio können zudem mit Eiern und Jogurt erweitert werden, und über den Online-Hofladen gibt es Bio-Geflügel, Eingemachtes und Konfitüre zu kaufen.

Minuspunkte: Etwas mehr Früchte oder eine zweite Sorte wäre begrüssenswert. Daneben gibt es nichts zu bemängeln.


Dieser Artikel ist erstmals am 8. Januar 2018 auf tsri.ch erschienen.

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