„Wie Es Mir Passt“

Michi ist eine selbsternannte Fashionista, hervorragende Wetterfee und bevorzugte Nörglerin. Am liebsten redet sie mit viel Witz und Hang zum Sarkasmus über die wesentlichen Alltagstugenden, wie schlechten Geschmack, schlechtsitzende Kleidung, üble Gerüche oder schlechtes Wetter.
 
Seit 2002 schreiben Chloe Quigley und Daniel Pollock im Namen von Michi für ihren Blogg und halten somit ihre Freunde und Fans über die neusten Fashion- Fauxpas, Wettereinstürze und Muttertags-Geschenke auf dem Laufenden. 2008 gaben die zwei Australier, mit Wohnsitz Melbourne, das Buch „Like I give a frock“ heraus. Welches im 2012 endlich endlich als deutsche Übersetzung mit dem sinnigen Titel „Wie es mir passt – Ansagen einer Fashionista“ heraus gegeben wurde.
Die super kreativen, schönen und witzigen Illustrationen lieferte die australische Illustratorin Kat Macleod. Sie lassen Michis lustige, wirre und ironische Gedankengänge, Schlussfolgerungen wie auch Erklärungen zum Leben erwachen und füllen die zahlreichen Seiten des Buches mit frischfröhlichen, kunterbunten Farben.


Auch wenn das Buch eigentlich nicht wirklich Wissen vermittelt, ist es doch eine Bereicherung für jedes sonnige Gemüt und ein absolutes Lesevergnügen. Das Buch nicht in einem Zug zu lesen ist schwierig, denn nach jeder Seite will man mehr vom süchtig machenden Michi-Lesestoff.
Ihre direkten, kernigen Sprüche wie „Konfuzius sagt: Schäme dich nicht für deine Fehler, denn so machst du sie zu Verbrechen. Michi sagt: Straussenleder ist ein Verbrechen. Unbedingt dafür Schämen!“ oder „Sie sind mager wie ein Filetstak. Mit anderen Worten, Sie werden die erste sein, auf die sich die Haifische stürzen. Geschieht Ihnen ganz recht, sie Streber!“, werden mir immer in Erinnerung bleiben.
Der Satz „Senf steht einfach niemandem – Es sei denn, er ist ein Würstchen“, muss eindeutig in die Geschichtsbücher eingehen!
Ich hoffe sehr, dass wir uns für die Übersetzung ihres neusten Buches mit dem englischen Titel: „What on earth are you wearing?“, welches als das einzig wahre Mode-Lexikon gehandelt wird, nicht auch vier Jahre gedulden müssen.

“Model – Ich ” von Eva Padberg

Wollten sie früher Prinzessinnen werden – träumen sie heute von Modelkarrieren
Bald steht er wieder vor der Tür, der „Elite Model Look Switzerland“. Gesucht werden Mädchen und junge Frauen im Alter von 14 bis 22 Jahren. Mindestgrösse 174 Zentimeter sind Bedingung, mit den restlichen Traummassen ausgestattet zu sein ist von Vorteil.
Dank Fernsehen und Klatschmagazinen glauben heutige Mädchen voll und ganz über den Model-Alltag Bescheid zu wissen. Doch sollten junge Mädchen die vom Laufsteg, teuren Designerklamotten und champagnergefluteten Partylocations träumen, die Nase besser raus aus den Lügenblättchen und dafür rein ins Buch des deutschen Models Eva Padberg stecken.


Ehrlichkeit ist der Feind der Medien und Massen

Warum nun gerade ein Model ein Buch schreiben muss, hat sich Eva Padberg selbst auch gefragt. Doch das sie eindeutig das Zeug zum Schreiben hat, entgeht einem auf den 147 Seiten ihres Buches, welches 2011 erschien, definitiv nicht. In den 41 Kapiteln von A wie Arschritt, über L wie Lustobjekt oder Q wie Quatsch zu Z wie Zukunft, erzählt Eva Padberg herrlich frisch und unverblümt über ihr Leben als Model, Tochter, Ehefrau, Musikerin, Schwester, UNICEF-Botschafterin und verhindertem Promi.

Sie nimmt kein Blatt vor den Mund wenn sie über die üblichen Shooting-Retusche-Methoden, wie Silikon-Einlagen – genannt Chicken Fillets – oder körpermodellierendes Klebeband  redet. Sie schämt sich nicht dafür zuzugeben, dass sie es bevorzugt Business-Class zu fliegen, eine Putzfrau hat und einen separates Klamotten-Zimmer besitzt, jedoch froh ist fern ab von Glamour und künstlichem Promi-Getue zu leben. Dies beweist sie durch ihre sehr charmante, natürliche Art, welche zum Vorschein kommt, wenn sie darüber berichtet bei ihrer ersten „Bambi“-Moderation fast in die Hose gepinkelt zu haben, sich aber gleichzeitig nichts daraus macht nackt vor einer Kamera zu posieren oder von ihren beruflichen Tiefschläge erzählt, welche sie um ein Haar dazu veranlasst hätten ihren Modeltraum an den Nagel zu hängen.

Eva Padberg ist ein sehr charismatischer Mensch. Offen, ehrlich, intelligent, kreativ und glücklicherweise mit vielen Talenten gesegnet. Weshalb sie nicht nur als Model, sondern auch als Moderatorin im Fernsehen und als Sängerin an der Seite ihres Mannes von sich hören lässt. Natürlich hat es eine bekannte Modelgrösse einfacher nebst dem Modeln auch Moderations-Angebote zu angeln  oder eine Musik-Karriere zu starten. Doch muss gesagt werden, dass Eva Padberg ihre Model-Karriere durch harte Arbeit und sicher nicht durch ihren Bekanntheitsgrad vorantrieb.

Ihr Buch „Model- Ich“ ist im Grossen und Ganzen gesehen eine gute Mischung zwischen eher sachlich beschriebenem Fachwissen und lockerflockiger Autobiografie. Es liest sich schnell und leicht. Unteranderem auch dank dem sehr hübsch gestalteten Layout. Der einzige Minuspunkt vergeb ich für die ständigen Themenwiederholungen in manchen Kapiteln.

Als krönenden Abschluss noch mein persönlicher Tipp für alle Fans von eher minimal gehaltener Musik – ich nenne es „Deep House“, sie selbst nennt es Techno – ist „Fluffy Cloud“ von Dapayk&Padberg, erschienen 2012 auf ihrer neusten Scheibe „Sweet Nothing“.

Gepinselte Mode

René Gruau
Modezeichnen ist leider nicht nur eine vernachlässigte, sondern nahezu vergessene Kunst.

Die Mode-Illustration entwickelte sich als eigene Kunstform nur sehr langsam, da sie vom sozialen Aufstieg der Gesellschaft abhängig war. Ist jedoch bis in die Renaissance zurück zu verfolgen. Zu dieser Zeit waren Modezeichnungen jedoch eher in Form von Arbeits- oder Skizzen-Zeichnungen für Damen- und Herrenschneider anzutreffen. Erst während des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts entwickelte sich die Modezeichnung zu einer halbwegs unabhängigen Kunstform, in dem sie sich von ihrem ursprünglichen Zweck entfernte und mehr und mehr für Werbezwecke verwendet wurde.
Der entscheidende Wendepunkt für Mode-Illustrationen ereignete sich nach dem Ersten Weltkrieg. Mit Paris und Berlin waren damals gleichzeitig zwei Hauptstädte Mode-Hochburgen, welche deshalb ihre Kundinnen mit neuen Mitteln anzuwerben versuchten. Gesellschafts-Magazine wie die Vouge oder Harper’s Bazaar dokumentierten neuerdings nicht nur das Leben Privilegierter, sondern sollten als neue modische Orientierung für nationale wie internationale Kundschaft dienen. Um der grossen Nachfrage an Werbe-Bildern nachzukommen, entstand daher ein regelrechter Boom der Mode-Illustrationen.

Georges Lepape

Beinahe so schnell wie ihr Aufstieg, war jedoch auch der heimliche Niedergang der Mode-Illustration.  Die ersten Modefotografen waren die grössten Konkurrenten der Illustratoren und waren, durch die rasant fortschreitende Technik in der Film- und Kameratechnologie, auch nicht aufzuhalten. In den späten Dreissigern, als die Farbfotografie die ältere schwarz-weisse Schwester ablöste, war es endgültig um die Illustrationen geschehen.

Auch wenn vor allem die französische, britische und amerikanische Vouge noch lange mit den grossen Illustratoren wie Gruau, Eric, Bouché, oder Bouët-Willaumez zusammenarbeiteten. Die mit den unterschiedlichsten Techniken den Esprit der Haut Couture treffender widergeben konnten als jede Fotografie. Verschwanden auch jene Grössen ohne gebührenden Abschied von der Bildfläche.

Glücklicherweise gibt es Wege, damit die grössten Künstler der Modegeschichte, auch in der heutigen Zeit nicht in Vergessenheit geraten;

 

Bilder der Mode
Das Buch „Bilder der Mode – Meisterwerke der Modezeichnung aus 100 Jahren“ wurde von der Galeristin  Joëlle Chariau, Ende 2011, als deutsche Übersetzung herausgebracht. Anlässlich einer Ausstellung im Design Museum in London, erschien die englische Originalausgabe im März 2011. Mit den Bildern von 16 Künstlern, darunter Georges Lepape, Eric, René Gruau, Antonio, Mats Gustafson oder auch Francois Berthoud, ist in diesem Buch eine breite Palette an Künstlern der letzten hundert Jahre vertreten.
René Bouche 1940 – Bernard Blossac 1950

 

René Gruau 1948 und 1950

 

Antonio beide 1965

 

Antonio 1967 und 1966

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Allan Karlsson musste nicht hundert Jahre alt werden, um zu erkennen, dass das Leben manchmal mehr mit einem vorhat. Doch an seinem hundertsten Geburtstag, beschloss Allan das Glück nochmals herauszufordern. Er floh aus seinem Zimmerfenster (im Erdgeschoss), um somit seiner Geburtstagsfeier mit der übellaunigen Pflegerin Alice, dem Bürgermeister und Presseleuten zu entkommen.

Die eher spontane Flucht war jedoch bloss der Anfang eines turbulenten Abenteuers, welches nicht selten durch eine Kettenreaktion von mehreren Zufällen ins Rollen kam. Jedenfalls wurde Allan kurzerhand Besitzer mehrerer Millionen Kronen, schliesst Freundschaft mit Kleinkriminellen, Imbissbudenbesitzern, sowie tonnenschweren Vierbeinern und wird gleichermassen von der Polizei, wie der schwedischen Mafia gejagt.
Glücklicherweise schreckt vor allem letztere Tatsache den hundertjährigen Allan wenig ab, da er durch frühere Bekanntschaften mit Genosse Stalin, Mao Tse-tung oder auch Einstein, schon in weiss Gott verzwicktere Situationen geraten war.

Der Erstling des Schweden Jonas Jonasson wird zu Recht als „Bestseller“ betitelt.

Man kann von Glück sprechen, dass der Autor seine Medien-Consulting-Firma verkauft und beschlossen hat, sich im schweizerischen Tessin niederzulassen und sich fortan dem Schreiben zu widmen.
Ich freue mich auf jeden Fall auf sein nächstes Buch, welches derzeit unter Jonasson‘s eifrigen Fingern entsteht.

Sieben verdammt lange Tage

Eine schrecklich verrückte Familie

 

Jeder Mensch hat seinen eigenen Rucksack den er während seines Lebens füllt. Manchmal kommt es vor, dass eben dieser Rucksack beim gemeinsamen „Pick-Nick“ mit Familie und Freunden geöffnet wird. Dadurch kommt schnell zum Vorschein, wer welche Zutat zum Sandwich beigetragen, den Apfel des andern angeknabbert oder ihm in die Saftflasche gespuckt hat.

Zu solch einem „Pick-Nick“ muss die Romanfigur Judd Foxman erscheinen, nachdem sein Vater gestorben ist und er als halbherziger Jude, zusammen mit seiner etwas verrückten Familie, sieben Tage lang, Totenwache halten muss. Dabei lässt keiner der Familienangehörigen auch nur eine Möglichkeit aus, um Judd an den Inhalt seines Rucksacks zu erinnern oder ihn durch wahnwitzige Aktionen in der Gegenwart, in der sie auf engstem Raum zusammengepfercht verharren müssen, in den Wahnsinn zu treiben.

Dadurch wird der arme Judd sieben Tage lang damit konfrontiert, dass er beispielsweise beim realen oder fiktiven, (un)freiwilligen Sex mit alten und neuen Bekanntschaften an den Sex seiner Noch-Ehefrau mit seinem Ex-Chefs denken muss. Während andere Angehörige seiner Familie etwas lockerer mit dem Thema Ehebruch, beziehungsweise ausserehelichen Aktivitäten, umzugehen scheinen.

 

Der ideale Einstieg in den Frühling

 

Kurz und knapp; Das Buch von Jonathan Tropper ist ein echter Brüller. Eine richtig unterhaltsame Tragik-Komödie, bei der eine traurige und auch ernste Angelegenheit, mit viel Witz und Feingefühl enttabuisiert wird.  Obwohl sich gegen Mitte des Buches, die zunehmend surreal erscheinenden Ereignisse fast überschlagen und es von klischeehaften Charakteren wimmelt, zieht das Buch einem bis zur letzten, der über 400 Seiten in seinen Bann. Es ist ein echter Gute-Laune-Macher!

“Die Kunst des klaren Denkens”

Es war der Silvesterabend letzten Jahres,  als mich der Zufall nach Basel und zu Rolf Dobelli führte.

Eigentlich wollte ich nach Solothurn fahren, erwischte in Olten aber idiotischerweise den falschen Zug und landete kurzerhand in Basel. (In Basel! An Silvester!)

Um Zeit zu schinden, begab ich mich in den einzig brauchbaren Laden vor Ort, die Restseller-Buchhandlung vom “Orell Füssli”.
Wo ich ihm direkt in die Arme lief. Nein, nicht Rolf Dobelli, aber seinem neuen Buch “Die Kunst des klaren Denkens”. Es lag etwas verloren zwischen all den Romanen, Frauenbüchern und Krimis im Regal. Um ihm weitere Tage, des qualvollen Wartens ersparen zu können, zeigte ich dem verwaisten Buch den Weg in meine Handtasche.

Erst einige Wochen später, beim Besuch anderer Buchhandlungen, in anderen Städten, wurde das besagte Buch, überall als Bestseller angepriesen.

Vielleicht lieg das daran, dass Rolf Dobelli doch schon zu den alten Hasen im Business zählt. Vor über zehn Jahren fing er mit dem Schreiben an und hat seitdem schon mehr als 6 Bücher herausgebracht. Nachdem er bei aktiven Zeitungslesern  vor allem durch seine Kolumnen,  bei der SonntagsZeitungoder der Frankfurter Allgemeine Zeitung, bekannt wurde, ist er, spätestens seit seinem neuen Bestseller, auch in der breiten Öffentlichkeit in aller Munde.



Illustrationen von Birgit Lang
In seinem neuen Buch geht es um die 52 häufigsten, kleinsten, grössten, schlimmsten oder auch nebensächlichsten Denkfehler. Die wir auf jeden Fall so oder so, besser anderen überlassen, wie der Autor empfiehlt. Der Leser wird darüber aufgeklärt; dass etwas nicht richtiger wird nur weil dies Millionen von Menschen behaupten; wieso wir unser eigenes Wissen oft überschätzen oder warum wir so gerne an Theorien festhalten, von denen wir ganz genau wissen, dass sie falsch sind.

Das Buch ist durch  die vielen “Aha”- “Ach so”- und “Ich hab’s ja immer schon gesagt”-Momente ein richtiges Lesevergnügen. Da die einzelnen Themen nur wenige Seiten lang sind, kann das, trotzallem mit sehr viel trockener Theorie vollgestopfte, Buch auch gut einmal zur Seite gelegt werden. Die Verschnaufpause wiederum kann genutzt werden um sich das neuerworbene Wissen mantramässig einzuflössen oder um die tollen, bunten Illustrationen von Birgit Lang anzuschauen, welche das Buch gekonnt auflockern.

SEASON – Macht dein Leben bunter

Vor einigen Tagen spazierte ich, natürlich nicht ganz zufällig, im grossen Press&Books des Zürcher Hauptbahnhofs, zwischen den vielen Zeitschriften-Inseln hindurch. Da lag es plötzlich vor mir – das SEASON. Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich wunderte mich natürlich, warum mir dieses Magazin zuvor noch nie zwischen die Finger geraten war. Den Grund dafür entdecke ich nach kurzem Durchblättern, das Magazin ist erst seit Anfang 2012 auf dem Markt. Stolz auf meinen Fund steuerte ich auf die Kasse zu.
Man fragt sich verständlicherweise bei jeder Zeitschrift, die neu auf den Markt kommt, ob wir nun echt „darauf“ gewartet haben. Da es von Magazinen über Mode, Frisuren, Sport, Finanzen, Backen, Gartengestaltung etc. nun wirklich schon mehr als genug gibt. Mit gutem Gewissen behaupte ich in diesem Fall, dass wir wirklich auf diese Zeitschrift gewartet haben!

Denn das SEASON ist extrem vielseitig, will heissen, es ist perfekt für alle, die sich gleichermassen für die neusten Modetrends, Kochrezepte, Schönheits-Tipps und Wohnungseinrichtung interessieren, deswegen aber nicht zehn verschiedene Magazine kaufen wollen – bei denen es dann, dank zu viel unnötiger Information und Werbung, sowieso nur beim Durchblättern bleibt.
Das Pünktchen auf dem I bildet das echt überzeugende Design. Mit dem schlichten, weissen Hintergrund und der schnörkellosen, gut lesbaren Schrift ist es nicht nur super übersichtlich gestaltet sondern echt chic gelayoutet. Aufgepeppt wird das Ganze durch die vielen bunten, kontrastreichen Fotografien.
Schnapp dir das neue SEASON und verlieb dich neu!
Es erscheint alle zwei Monate und besticht durch seinen einzigartigen Tiefpreis von 3.30 Franken.

Gott des Gemetzels

Er schaffte es beim Release 2011 auf keine Top-Liste. Und doch ist das von Roman Polanski verfilmte Theaterstück “Gott des Gemetzels” (Carnage) bis heute einer meiner absoluten Lieblingsfilme. 

Denn die Handlung ist recht simpel. Zwei Ehepaare treffen sich in einer Durchschnitts-Wohnung in New York. Ihr Treffen findet nicht ganz freiwillig statt, da es ihm Gespräch darum geht, was zu tun sei nach dem sich ihre Jungs in die Haare geraten sind und der eine dabei seine Schneidezähne verlor. Nachdem beide Parteien sich zu Beginn um ein rasches Ende des Gesprächs bemühten, wird schnell klar, dass sich die ganze Sache, dank der Hartnäckigkeit beider Paare, nicht so schnell vom Tisch räumen lässt.

Hier muss dem Leser jedoch eines deutlich klar gemacht werden. Zwar bildet das Thema des Gesprächs den roten Faden. Der Film jedoch, lebt schlussendlich voll und ganz von seinen Protagonisten. Die hochkarätige Besetzung der Rollen ist ausschlaggebend für die Echtheit und Glaubwürdigkeit des Films.

Foto: The Guardian

Herausragende Hauptdarsteller

Das snobistische Ehepaar wird gespielt von Christoph Waltz – der den  Part des egozentrischen Geschäftsmanns innehält und mit seiner Phone-Sucht allen auf den Wecker geht – und Kate Winslet, die eine scheinbar oberflächliche, aber eigentlich sehr charismatische Ehegattin abgibt.

Das Bünzli-Ehepaar wird von Jodie Foster – die als selbsternannte Weltverbesserin nicht nur ihre Gäste in den Wahnsinn treibt, sondern auch den einfachgestrickten, ziemlich plumpen Ehemann – und John C. Reilly verkörpert. 

Das eigentliche Versöhnungs-Gespräch wird, aufgrund dieser sehr unterschiedlichen Charaktere, schnell zu einem riesigen Hick-Hack. Durch die vielen Parteiwechsel zwischen Frauen, Männern und Ehepartnern und den fabelhaften Dialoge (dem Theaterstück als Ausgangslage sie Dank) bleibt der Film bis zum letzten Wort ein Genuss. 

„Pariser Chic – Der Style Guide”

 

Der Umfassende Stilberater des ehemaligen französischen Models Ines de la Fressange, den sie zusammen mit Sophie Gachet schon vor über zwei Jahren mit dem Originaltitel „ La Parisienne“ herausbrachte, ist seit Januar 2012 auch endlich in deutscher Fassung erhältlich. Ines de la Fressange war lange Jahre Topmodel aller grosser Designer bevor sie sich selbst zur Pariser Mode-Ikone kürte.

 In ihrem Buch möchte sie uns Normalsterblichen den „Pariser Chic“ näherbringen. Besser gesagt soll dieser Guide allen modebewussten Frauen als Leitfaden aber nicht als Richtlinie dienen. Da immer wieder explizit darauf beharrt wird, dass Mode Spass machen muss, das Selbstbewusstsein fördern sollte und keineswegs einschränken darf.
Goldene Regel Nummer 1 – Folge nie dem Mainstream

Das Buch in handlichem Format ist ein rechter Schinken geworden. Ob es um den Abend-Dresscode geht, das Outfit für die Flugreise oder die Auswahl der richtigen Dessous, Ines de la Fressange klärt einem nicht nur über Klassiker und Fashionhighlights auf,  sondern nimmt auch kein Blatt vor den Mund wenn es um modische Fauxpas geht.

Etwas widersprüchlich ist die Umsetzung der Stylingtipps, da sie mit  Aussagen wie: „Nicht vergessen; mit ein bisschen Make-up geht’s einem immer besser“, weder das Selbstbewusstsein noch den Geldbeutel stärkt. Durch die zahlreichen Nennungen von teuren Modelabels und Markenartikeln geht die Erwähnung, dass Secondhand-Kleidung keinesfalls ein „No-go“ ist und eine Frau sich bewusst sein sollte, dass „natürlich schön“ am längsten währt, etwas unter.

 

 Wiederum sehr gelungen sind die fast mütterlichen Tipps rund um die Wohnungseinrichtung und andere kleine Lebensweisheiten, wie die Stressbewältigung vor einem Dinner mit Freunden und die Auswahl der richtigen, besser gesagt platzsparenden Kleiderbügeln.

 

Auch sehr toll ist die Adressesammlung vieler Pariser Kleiderläden, Boutiquen, Museen, Cafés und Hotels, welche einen ideal auf einen Einkaufsbummel, eine Stadtrundfahr oder einen Wochenendtrip vorbereiten.

 

Der Guide wird durch die recht naiven, aber sehr humorvollen Illustrationen von Ines selbst und hübschen Bilder ihrer Modeltochter abgerundet. Dafür sind die zahlreichen Fotografien von bunten Accessoires, Kleidern und Läden leider etwas düster geraten und manchmal recht unübersichtlich angeordnet.

Obwohl in den ersten Seiten zu lesen steht, dass dieses Buch als ideales Geschenk für die beste Freundin gilt, solle man sich nicht davor scheuen, es sich selbst zu schenken und es ausgiebig zu geniessen!

Wo sich DJ’s und Fotografen die Klinke in die Hand geben

DJ FLOHMARKT– X-MAS EDITION

Das auch den Weihnachtsmuffeln, Shoppingmuffeln, sprich Männern nicht langweilig wird, fährt der Zürcher Club Plaza durch die ganze Adventszeit mit neuen Events auf. Diesen Samstag verkaufen namhafte Zürcher DJ’s ihre gebrauchte, aber selbstverständlich guterhaltene Top-Ware, um sie von euch weiter hegen, pflegen und lieben zu lassen.

Ob Vinyl, Synthesizer, Plattenspieler, Mischpulte, Kopfhörer, es ist alles dabei was das Liebhaberherz begehrt. Vorbeikommen lohnt sich auf alle Fälle, den nebst Talent, Freude an der Arbeit und stetige Begeisterungsfähigkeit braucht ein richtig guter DJ ein gutes Equipment. Was spricht also dagegen nicht auch etwas auf Schnäppchenjagt zu gehen um dieses zu erhalten. Während also der Schatz ein hübsches Kleid für die Party kauft, die am Abend steigt, beispielsweise im Plaza, wenn das DJ-Set „Sister Bliss“ (Faithless, UK) auflegt, kann Mann sich im Plaza austoben.

Genauere Infos : Diesen Samstag, 10.12.11 von 11-18 Uhr
                               An der Badenerstrasse 108 in Zürich

                               EINTRITT IST FREI

JANOSCH ABEL Photoausstellung

Für alle Fotografie-Begeisterten, HipHop-Begeisterten und natürlich für alle Frauen, welche von ihren Männern in’s Plaza mitgeschleift werden, gibts diesen Samstag einen weiteren kulturellen Anlass.

Der junge Fotograf Janosch Abel aus Bern beeindruckt die Zuschauer mit seinen Momentaufnahmen, bei denen Snoop Dog bis zu Jamie Cullum für ihn vor der Linse standen. Seine Bescheidenheit, sowie sein Talent sonst unantastbar wirckende Künstler, natürlich und menschlich erscheinen zu lassen, brachten ihn zu solchen Aufträgen. Bisweilen ist er auserhalb des Fotografieszene noch nicht der grosse Stern am Schweizer Talent-Himmel, doch soll sich dies, mit einem umfänglichen Einblick in sein bisheriges Schaffen, schnell ändern.

Genauere Infos : Diesen Samstag, 10.12.11 von 11-18 Uhr

                               Baröffnung ab 17Uhr
                               An der Badenerstrasse 108 in Zürich

                              EINTRITT IST FREI