Junge Schwester-Linien

Victoria  von Victoria Beckham

Niemand würde sich getrauen Magazine wie die Vouge, die Elle oder die Madame mit einer Cosmopolitan oder einer INStyle zu vergleichen. Jedoch haben sie diesen Frühling eines gemeinsam. Auf der Suche nach den „IN‘s und OUT’s“ der Saison, haben alle die Schwesterlinien von bekannten Designern wie Karl Lagerfeld, Victoria Beckham oder Sophia Kokosalaki zum absolutes „IN“ erkoren.
Karl  von Karl Lagerfeld

 

Der Sinn der „Schwesterlinien“ ist es die „Haute Couture“-Teile vom Laufsteg in die „Prêt-à-Porter“- Form zu quetschen und somit in die Ladenregale zu bringen. An ein jüngeres Publikum gerichtet soll sie daher auch erschwinglich für jedermann respektive jederfrau sein.

Dies wiederspiegelt jedoch „leider leider“ nicht immer die Realität. Beispielsweise sind die Kleider der Linie Victoria von Victoria Beckham oder jene der Grey Line von Hussein Chalayan, zwar halb so teuer wie die Originale, gehören mit durchschnittlichen Preisen von 400 bis 800 Euros jedoch schon wieder zu einer höheren Preisklasse.
Da setzen sich Karl Lagerfeld mit der Karl- Kollektion oder Sophia Kokosalaki mit der Kore-Linie, mit Preisen zwischen 100 bis 500 Euro schon deutlicher fürs kleinere Budget ein.
 
Ein zusätzlicher Pluspunkt vergebe ich der nachhaltigen Linie Kore von Sophia Kokosalaki. Die für den Online-Shop ASOS  kreierte Kollektion ist auf einer Zusammenarbeit mit einem Ausbildungs- und Sozialen Hilfsprogamm in Sri Lanka aufgebaut. Beispielsweise werden traditionelle Handwerke, wie das Herstellen von Klöppelspitzen unterstützt, in dem sie direkt in der Kollektion verwendet wurden und den Arbeiterinnen somit ein sicheres Einkommen ermögliche, ohne grossen Lohnverlust durch langwierigen Zwischenhandel.

Fashion-Shows Herbst-Winter 2012/2013

Ich denke es ist nicht übertrieben, wenn ich behaupte, dass wir Normalsterblichen – in diesem Leben zumindest – nie mit einer Einladung, zu einer der grossen Fashionshows, in den angesagten Modemetropolen, rechnen können.

Schon seit Februar laufen in Mailand, Paris, New York und London die grossen Shows.
Und zum Glück bleibt es uns nicht ganz verwehrt, die neuen Herbst/Winter-Kollektionen von Givenchy, Chloé, Jil Sanders, Akris und co. zu sehen, noch bevor sie in Mode-Magazinen gedruckt werden.

Auf der Webseite der deutschsprachigen Elle, wird man ziemlich vollumfänglich über die kommende Wintermode im Bilde gehalten. Alle jene, die nicht bis im Spätsommer warten wollen oder – wie ich – einfach immer schrecklich Neugierig sind, welche Teile als nächstes unsere Herzen schneller schlagen lassen oder mit einem Stirnrunzeln schon im Voraus als No-Go abgestempelt wird, sollten : „ elle.de/fashionshows“ einen Besuch abstatten.

Pariser Traditions-Marken feiern Jubiläum

Das Traditionshaus Hermès feiert dieses Jahr sein 175-jähriges Bestehen.
Als Thierry Hermès 1837 sein Sattlergeschäft in Paris eröffnete, gehörten vor allem Besitzer von Pferdekutschen zu seiner Kundschaft. Von einem bekannten und revolutionären Modehaus war das Traditionsunternehmen, das noch heute in Familienbesitz ist, noch weit entfernt. Erst als Baron Haussmann um 1878 die Stadt in eine mondäne Metropole verwandelte, wurde auch bei Hermès eine neue Ära eingeläutet.
Das diesjährige Jubiläum nutze der heutige Chefdesigner der Damenmode, Chritophe Lemaire, um aus der aktuellen Sommerkollektion eine Hommage an die Tradition des Hauses zu kreieren. Sie weist teilweise orientalische Schnitte auf und ist grösstenteils in den Farben Kobaltblau und dem typischen Hermès-Orange gehalten. Da die Kollektion, die Anfangsphase des Labels erinnern soll, trägt sie sinnigerweise den Namen „Reise“.

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60 Jahre ist es her, dass Modedesignerin Gaby Aghion ihr Heimatland Ägypten verliess, um in Paris die Luxus-Marke Chloé zu gründen. Ihre „Prêt-à-porter“-Mode sollte das freigeistige Flair des Paris der 50er-Jahre wiederspiegeln. Mit der ersten Modeschau 1956, schaffte es Aghion, sich in der grossen Pariser Modeszene Verhör zu verschaffen. Schlussendlich wurde sie vor allem von Künstlerinnen und Existenzialisten gefeiert, da sie mit ihren lockeren, lässigen Outfits eine Alternative zu strengen, eher bourgeoisen Kollektionen von Modelabels wie Dior, bot.
Da das Designer-Karussell auch vor Chloé nicht Halt machte, haben schon etliche Designergrössen wie Karl Lagerfeld, Phoebe Philo oder Stella McCartney das Label neuinterpretiert. Die jetzige Chefdesignerin Clare Waight Keller beendete die Experimentierzeit mit der aktuellen Sommerkollektion. Kleider mit fliessenden Silhouetten, weite Hosen, körperumspielende Oberteile und stimmige Nudetöne sollten die ehemalige Lässigkeit des Labels hervorheben.


Kate Moss bei Mango

Kate Moss ist das neue Gesicht der Frühling/Sommer-Kollektion 2012.

Man ist sich dabei nicht sicher, ob die sonst so feurigen Spanier des Modehauses Mango die rebellische Kate Moss etwas zähmen mussten, damit sie als neues Aushängeschild der Marke funktioniert.

Zwar posiert das bekannte Topmodel gekonnt wie eh und je für den Fotografen Terry Richardson in einer Londoner Villa, doch versucht sie für einmal ohne laszive Verrenkungen und Schmollmund zu punkten. In weissen Jacketts, rosa Ringelpullovern und pinken Kleidchen versucht die, sonst eher rockige Kate, eins auf braves Mädchen zu machen.

Zugegebenermassen war es definitiv ein cleverer Schachzug Kate ins Boot zu holen. Denn was ein bekanntes Model wie Kate trägt, wollen wir doch au. Oder etwa nicht!?

Doch Topmodel hin oder her;  die lässigen, total légeren und auch chicen Teile der neuen Kollektion wecken in jedem von uns das selbstbewusste Model, die stilvolle Diva oder auch den coolen Rockstar.

Marni bei H&M

Bald ist es wieder soweit; nachdem Hennes & Mauritz im Jahr 2004 das erste Mal zusammen mit Karl Lagerfeld eine preiswerte Designer-Kollektion auf den Markt stellte und dies einen regelrechten Hype auslöste, wiederholt H&M eine solche Zusammenarbeit jährlich.

Nach Labels wie Cavalli, Viktor&Rolf oder Stella McCartney entwirft dieses Jahr das italienische Modelabel Marni eine Frühlings-Kollektion für die bekannte Modekette. Natürlich sind die Designerteile auch dieses Jahr für Frauen wie auch für Männer erhältlich. Nebst Kleidern, Jacken, Hosen und Oberteilen werden auch Accessoires zu einigermassen erschwinglichen Preisen angeboten.

Die Teile von Marni gehören in jedermanns und jederfraus Kleiderschrank da die häufig schlichten Basics durch ihre wunderschönen Prints und auffälligen Farben jede Garderobe aufpeppen. Daneben sorgen total coole Sonnenbrillen und lässige Pumps bei jedem für Vorfreude auf Sommertage und Partynächte.

1. Seidenkleid Fr. 149.- & Sonnenbrille Fr. 29.80
2. Kleid Fr. 179.- & Tasche Fr. 69.90

3. T-Shirt Fr. 29.90 & Dekokragen Fr. 29.90

 Ab 8 März in den H&M-Filialen sowie online erhältlich

„Pariser Chic – Der Style Guide „

Der Umfassende Stilberater des ehemaligen französischen Models Ines de la Fressange, den sie zusammen mit Sophie Gachet schon vor über zwei Jahren mit dem Originaltitel „ La Parisienne“ herausbrachte, ist seit Januar 2012 auch endlich in deutscher Fassung erhältlich.
Ines de la Fressange war lange Jahre Topmodel aller grosser Designer bevor sie sich selbst zur Pariser Mode-Ikone kürte.

 In ihrem Buch möchte sie uns Normalsterblichen den „Pariser Chic“ näherbringen. Besser gesagt soll dieser Guide allen modebewussten Frauen als Leitfaden aber nicht als Richtlinie dienen. Da immer wieder explizit darauf beharrt wird, dass Mode Spass machen muss, das Selbstbewusstsein fördern sollte und keineswegs einschränken darf.

Goldene Regel Nummer 1 – Folge nie dem Mainstream

Das Buch in handlichem Format ist ein rechter Schinken geworden. Ob es um den Abend-Dresscode geht, das Outfit für die Flugreise oder die Auswahl der richtigen Dessous, Ines de la Fressange klärt einem nicht nur über Klassiker und Fashionhighlights auf,  sondern nimmt auch kein Blatt vor den Mund wenn es um modische Fauxpas geht.

Etwas widersprüchlich ist die Umsetzung der Stylingtipps, da sie mit  Aussagen wie: „Nicht vergessen; mit ein bisschen Make-up geht’s einem immer besser“, weder das Selbstbewusstsein noch den Geldbeutel stärkt. Durch die zahlreichen Nennungen von teuren Modelabels und Markenartikeln geht die Erwähnung, dass Secondhand-Kleidung keinesfalls ein „No-go“ ist und eine Frau sich bewusst sein sollte, dass „natürlich schön“ am längsten währt, etwas unter.

 Wiederum sehr gelungen sind die fast mütterlichen Tipps rund um die Wohnungseinrichtung und andere kleine Lebensweisheiten, wie die Stressbewältigung vor einem Dinner mit Freunden und die Auswahl der richtigen, besser gesagt platzsparenden Kleiderbügeln.

Auch sehr toll ist die Adressesammlung vieler Pariser Kleiderläden, Boutiquen, Museen, Cafés und Hotels, welche einen ideal auf einen Einkaufsbummel, eine Stadtrundfahr oder einen Wochenendtrip vorbereiten.

Der Guide wird durch die recht naiven, aber sehr humorvollen Illustrationen von Ines selbst und hübschen Bilder ihrer Modeltochter abgerundet. Dafür sind die zahlreichen Fotografien von bunten Accessoires, Kleidern und Läden leider etwas düster geraten und manchmal recht unübersichtlich angeordnet.


Obwohl in den ersten Seiten zu lesen steht, dass dieses Buch als ideales Geschenk für die beste Freundin gilt, solle man sich nicht davor scheuen es sicht selbst zu schenken und es ausgiebig zu geniessen.

< St.Gall > – Handwerk aus der Schweiz

                                   
Gackernde Frauen schlürfen Cüplis im Neonlicht

Nachdem ich, dank Studentenausweis, nur 7.- Franken Eintrittspreis bezahlt und meine Taschen in ein Schliessfach gestopft hatte, fand ich mich im Museumsshop wieder.

Im hellen Raum erwartete mich eine wunderschöne alte Handstrickmaschine, welche zu bestimmten Zeiten für die Museumsbesucher sogar noch in Betrieb genommen wird.

An den Wänden des Shops hingen grosse Spitzenmuster, unter anderem von Jakob Schläpfer, welche sehr dekorativ wirkten. Wunderschöne Accessoires, die teilweise zum Kauf angeboten waren, lagen in Vitrinen neben einem überschaubaren Mass an Sachbüchern, zum Beispiel eines des Schweizerlabels Akris.

Mir fiel auf, dass die ganze Museumseinrichtung anlässlich der Ausstellung „St.Gall“ neu gestaltet wurde. Im Museumsführer wurde sie, ich zitiere, so beschrieben: „Der goldene Haupteingang symbolisiert das Portal ins neue, visionäre Jahrhundert des St.Galler Textilschaffens. Die von der digitalisierten Welt inspirierte Lounge eröffnet mit ihrem neuinterpretierten Spitzenteppich, den Tapeten im St.Galler-Stickereimotiven und den Stickereispitzen zum Anfassen, die Zukunftsperspektive der St.Galler Textilgeschichte.“
Trotz des wirklich erfrischenden Anstrichs des Eingangsbereiches,  irritierte mich diese „digitalisierte hypervisionäre“ Atmosphäre der Lounge eher, als dass die mir positiv auffiel.  Die dunkelblau gestrichenen Wände mit Fantasie-Blumen-Vogel-Musterungen wirkten sehr düster. Daran  änderten die bunten Neonröhren, welche fächerförmig an Wänden und an den Stützbalken des Raumes auch nicht viel. Der Teppich mit endlosem Rapport, der aus mehreren Schichten Spitzenmotiven bestand, unterstrich das finstere Bild.

Die einzige Auflockerung bot die laut lachende Frauengruppe, die sich in einer Ecke der Lounge auf den tiefen, gemusterten oder neonfarbigen, stoffüberzogenen Bänken und ebenfalls neonfarbigen Tischen versammelt hatte.

Spucke des Teufels

„Die Spitze – viel begehrt aber auch als Spucke des Teufels beschimpft“, stand auf einem der vergrösserten und auf stabilen Hintergrund aufgezogenen Plakate im ersten Stock. Wie bei meinem letzten Besuch im Museum, wurden dem Besucher durch Werbesprüche und Modebilder aufgezeigt, wie sich die Bedeutung der Textilien in der Gesellschaft, in den letzten hundert Jahren kontinuierlich verändert hat.

 
Im zweiten Stock wurde man zurück ins 15. Jahrhundert geführt, an den Beginn der Spitzengeschichte. Die Spitze darf als Erfindung der Renaissance betrachtet werden, die Zeit in der künstlerisches Handwerk erstmals wieder Beachtung bekam. Mode verhalf vor allem dem reichen Bürgertum zur Selbstdarstellung.

Zwischen 1500 und 1700 waren die Techniken der Klöppelspitze, der Bandspitze und der Nadelspitze aus den Spitzenzentren in Italien, nach ganz Europa gelangt. Die spitze war zu jener Zeit jedoch nur für Adelige erschwinglich.

Napoleon war ein Fashionfreak
In den nächsten Räumen, welche Schätze aus den Anfängen des 19 Jahrhunderts zeigten, war unter anderem ein Deuxpièce von Napoleon zu sehen. Denn er hatte, als bekennender Modeliebhaber, die Spitze am französischen Hof wieder eingeführt. Für die Männer vor allem kleingemusterte Alecon- und Argant-Spitzen. Für die Damenkleidung wurden „Blondes“ und „Lille“- Spitzen verwendet.

Selbst im Ausstellungsraum war der einstige Kaiser präsent und schaute mit Argusaugen auf den Besucher herunter. Zum Glück verdrängte das Regenbogen-Gefunkel, des zeitgenössischen Werkes, etwas die spiessige Strenge des Bildes.

Eines der schönsten Räume der Ausstellung war das Blütenmeerzimmer. Ich gab ihm den Namen, da man hier zum ersten Mal, aus den eher dunklen Räumen, in eine wunderschöne Frühlings-Atmosphäre übergeführt wurde, dies durch frische Farben und helle Tapeten mit Blumen und Tieren an einigen Wänden.
In der Mitte des Raums zeigte ein Glaskasten weitere Schmuckstücke aus Napoleons Zeiten. Unter anderem konnte man ein wunderschönes, weisses Spitzenkleid, der Gattin Napoleons besichtigen. Laut Überlieferung hätten 36 Arbeiterinnen während 18 Monaten an diesem Kleid gearbeitet.

Ende der Zeitreise

 
Im letzten Raum wurde man schlussendlich in die Zeit um 1880 bis 1970 geführt. In der die Spitzenindustrie ihren letzten grossen Aufschwung erlebte.

 Zu bestaunen gab es eine über 10 Meter lange Wand voller Musterbücher. Bei den meisten Mustern handelte es sich um St.Galler Ätzstickereien, aus der Sammlung der Firma Grauer Degersheim, welche zwischen 1885 und 1920 produziert wurden.

In den grossen, stehenden Glasvitrinen wurden vor allem sehr eindrucksvolle Damenkleider aus den Anfängen des 20ten Jahrhunderts ausgestellt. In den Vitrinen, den Wänden entlang, wurden die ersten Ätzverfahren erklärt und die daraus entstandenen Spitzenimitationen gezeigt. Unter anderem waren dies, lose Matrosen- und Bubikragen, welche ich als Kind, fast hundert Jahre nach deren Erfindung, auch noch trug.

Auch wenn ich persönlich schon vor der Ausstellung sehr vertraut mit der Materie Spitze war, verliess ich die Räume mit vielen neuen Eindrücken.
Einerseits bewundere ich unsere Vorfahren für ihre unglaubliche handwerkliche Begabung, andererseits bin ich froh darüber, dass Spitze heute nicht mehr rein handwerklich hergestellt wird, da sie sonst sicherlich vom Aussterben bedroht wäre.

Wer jedoch nach einem Ausstellungbesuch immer noch glaubt, dass die Spitze in der Neuzeit zum alten Eisen gehört, sollte sich unbedingt die neuste Frühlings und Sommerkollektionen von Dolce&Gabbana , Louis Vuitton, Prada oder Alexander McQueen anschauen.

Die Spitzenausstellung „st.gall“ ist noch bis zum 29.01.12 in St.Gallen zu bestaunen

Heiliger BIMBAM! – Dezember 2011

 Weihnachtsmarkt im Plaza

Wer genug hat vom ewigen Weihnachtsstress in zu heissen Kaufhäusern, deren Luft weihrauchgeschwängert ist und in denen die dumme Schnepfe vor einem, die letztmögliche Geschenkidee vor der Nase weg klaut, für den ist nun endlich Zeit für etwas Neues. Glücklicherweise weht frischer Wind durch die doch irgendwie ersehnte Weihnachtsmelancholie. Vorbeischauen lohnt sich!

Im Zürcher Club Plaza, an der Badenerstrasse 109, findet auch dieses Jahr wieder ein grosser Weihnachtsmarkt statt. Dieser wird während fünf Tagen in drei grossen Sälen des Plaza‘s aufzufinden sein. Es werden dabei Stände von über 40 Anbietern, welche sich während dieser Tage abwechseln, anzutreffen sein. Das Plaza wird mit viel Glühwein und weihnächtlichem Sound den überfüllten Warenhäusern harte Konkurrenz machen. Volle Taschen am Ende des Tages müssen, laut den Veranstaltern, in Kauf genommen werden.

Der Weihnachtsmarkt findet an folgenden Tagen statt:
SA 17. – SO 18. Dezember 13-21 Uhr
DI 20. – MI 21. Dezember 16-24 Uhr
Do 22. Dezember 16-20 Uhr

Adventskalender des Kreis 3 + 4
Vier Tage zu spät entdeckt, jedoch lieber zu spät als nie!

Vom 1. Bis zum 24. Dezember wird natürlich auch beim Adventskalender des „Montagsmarkt“ jeden Tag  ein Türchen geöffnet. Dahinter verbergen sich super tolle Überraschungen, wie Apéros oder Aktionen der Läden und Cafés des Weihnachtsdorfes.

Für genauere Informationen und eine online Anmeldung für den Adventskalender steht die Webseite www.montagsmarkt.ch zur Verfügung.
Als kleine Vorfreude, hier eine Liste einiger Läden und Cafés , welche mit von der Partie sind:

  • Amok (Männermode, bekannt für Männerröcke)
  • Petit Poeme (Schuhe, Accessoires)
  • Altona (Damenmode, bekannt für feinste Stickware),
  • Noelie et Loulou (Accessoires und Damenmode, bekannt für massgeschneiderte Bademode),
  • Lux Plus (Damenmode, bekannt für Vintageperlen)
  • Atelier Sirup (Schmuck, bekannt für verschiedenste Kunststoffmaterialien)
  • Urban Bliss ( Bar mit 50er/ 60er- Jahre Touch)
  • Und viele mehr…

Weihnachtsshopping mit BimBam-Pass

Während der Zeit des Weihnachtsmarktes verwandeln sich verschiedenste Läden und Cafés der Kreise 3 und 4 zu einer Art  Weihnachtsdorf. Bei allen Läden und Cafés ist eine „Faltkarte“ erhältlich. Diese zeigt die Standorte jener Läden auf, bei welchen „Ladenstempel“ erhältlich sind, die benötigt werden um später am Weihnachtsmarkt, ab dem 17. Dezember,  Rabatte abzustauben. Genauer gesagt kann am „Päcklitisch“ im Plaza ab sechs „Ladenstempeln“ einen BimBam-Pass abgeholt werden. Mit dem BimBam-Pass bekommt man 10% auf alle Einkäufe im Weihnachtsdorf, vom 17-22 Dezember, geschenkt.

Das Ganze hört sich im ersten Moment etwas kompliziert an. Doch schnappt euch schnell eine solche „Faltkarte“ und dann ran ans Stempel sammeln. 10% Rabat hören sich möglicherweise nicht nach einer riesigen Aktion an, doch ich denke an Weihnachten zählt jeder geschenkte Rappen doppelt.

Blickfang Zürich 2011

Kalte Füsse vor dem Event

Dass die meisten Messen, Ausstellungen und Vernissagen im Winter stattfinden, macht grundsätzlich Sinn. Im Sommer sind die Leute ja eher mit Glace essen, Sonnenbaden und dem Präsentieren der neusten Sonnenbrillenmodelle beschäftigt. Die eisige Kälte, von der ich beim Aussteigen am Zürcher Hauptbahnhof empfangen wurde, erinnert mich jedoch wiederum daran, dass ich grundsätzlich Sommertemperaturen bevorzuge, wenn ich meine Reise an einen Event antrete.

                                       Lucy in the sky

Der Weg zum Kongresshaus führte mich unweigerlich an der Bahnhofstrasse und somit an seiner neuen Weihnachtsbeleuchtung „Lucy“ vorbei. Natürlich ist sie nicht wirklich neu. Jedoch wird es wahrscheinlich noch zehn Jahre dauern, bis ich diese Beleuchtung als „nicht mehr neu“ einstufe. Wir Schweizer sind schliesslich Gewohnheitstiere. Die Kritik, welche „Lucy“, trotz ihrer Vorgängerin, der Neonröhren-Schocker-Beleuchtung, einkassieren musste, scheint ihre Leuchtkraft nicht beeinträchtigt zu haben. Sie zog mich, wie letztes Jahr schon, in ihren Bann. Es kam mir vor, als würde ein geheimnisvoller Glitzerteppich, sich den Weg zwischen Häusern und Bäumen hindurch bahnen um am Ende im tiefblauen Nachthimmel wieder zu verwinden. Das ältere Ehepaar neben mir, welche sich gerade über die Beleuchtung unterhielt, bestätigte unwissend meine Gedanken. Die Kälte, welche sich unter meine Kleider schlich, liess mich nicht lange in meiner Märchenwelt schwelgen und ich war froh als nach gefühlten 6 Stunden, es waren 6 Minuten, endlich das 11er Tram in Richtung Bürkliplatz eintraf.

Designer versuchen sich im Spagat zwischen Traditionellem und Futuristischem

Im Kongresshaus war es mangels Garderobe und mehr als zwei Armen, eher heiss. Doch munterte ich mich selbst wieder auf, durch das Abschleppen mehrerer Fachzeitschriften, welche den Besuchern gratis zur Verfügung standen. Meine Runde durchs Parterre begann am Ausstellungsplatz der Interiorgestalter, welche im Rahmen von „blickfang selected“ am Freitag, den 25. November vorgestellt worden waren. „Blickfang selected“ bot dem jungen, talentierten, internationalen Design-Nachwuchs die Möglichkeit sich einem breiten Publikum zu präsentieren.
                                          Moderne Vasen vom Koreaner Jaeuk Jung
Daneben tat sich eine leuchtende Lampenwelt auf, welche durchmischt mit Wohnaccessoires ausgestellt war. Wobei die heutigen Lampen auch eher Accessoire als Lichtquelle sind und somit, wie die meisten heutigen Wohnungsgegenstände, eine Schnittstelle zwischen Funktion und Dekoration bilden. Der neuste Hype, welcher sich danach im zweiten Stock bestätigte, sind scheinbar Betonelemente in Kombination mit Milchglas-Lampen oder LED-Spots. Als letztes landete ich bei den Möbelstücken. Ob bei Beistelltischen, Wandregalem, Liegen oder Stühlen, Holz in Naturfarbe und Glas dominierten.

Ebenfalls im Parterre befand sich der Barbereich, welcher im modernen Alphütten-Stil gehalten war. Von der Decke baumelten Hirschgeweihlampen. Darunter tummelten sich rustikale Tische neben Holzstamm-Hockern mit Fell- oder Stoffüberzug. Die einzige Wand des offenen Barbereichs war ebenfalls mit Hirsch-, Gams- und Steinbockköpfen, sowie mit Geweihen der selbigen Tiere übersät. Obwohl sich das Ganze durch das viele Licht über den Tischen und den angeregten Unterhaltungen der Menschen darunter, als eine ziemlich lebhafte Szene präsentierte, war mir diese Grösse an Tierfriedhof etwas zu viel des Guten.

Hasen und Vögel mit süssen Blähbäuchen und dicken Hintern

Im ersten Stock reihten sich weitere Wohnaccessoires an Geschirr und Kleideraccessoires. Ich musste nicht lange suchen, um meine geliebten „buttoneyes“ am Stand von Hersteller Marco Scheidegger  anzutreffen. Dabei handelt es sich um Fabelwesen aus Stoff, welche einen mit ihren grossen Knopfaugen das Herz erwärmen. Weiter ging’s zu SibylleSaara, einem Schweizer Label. Zur Schau gestellt wurden wunderschöne handgefertigte Porzellangefässe mit Tierabbildungen. Während ich die Tassen und Eierbecher aus der Nähe bertachtete, erklärte eine der Designerinnen einer Besucherin gerade, dass sie diejenige im Team sei, welche die Tiere von Hand auf die Gefässe male, während ihre Kollegin für die Herstellung der Gefässe verantwortlich sei.
   
 Geschirr von Sibyllesaara

Länger stehen blieb ich auch beim Stand von Estelle Gassmann, welche von ihr gefertigte Gläser, Teller und Schüsseln aus Glas, Porzellan, Plastik und Zucker-Tragant zeigte.  Auch hier war die Schere zwischen Funktion und Kunstobjekt wider weit geöffnet. Die einzelnen Stücke harmonierten sehr gut miteinander, vielleicht gerade weil es sich bei jedem um ein Einzelstück handelte. An jungendlichem Plastikmodeschmuck, bunten Teppichen, allen möglichen Arten von Handtaschen, lässigen Sonnenbrillen, wunderschönen Strickhandschuhen vorbei, kam ich schliesslich noch bei Charlotte Wooning vorbei. Sie stellt wunderschöne Mettalkettchen her, welche mit verschiedenfarbigen Perlen, verschieden grossen Kettengliedern und Kettenformen, zum wahren Hingucker werden. Bei ihr hatte ich letztes Jahr zusammen mit meiner Mutter, die übrige Kundschaft verwirrt, weil wir uns lautstark auf Niederländisch mit ihr unterhielten. Nach dem netten Gespräch, letztes Jahr, war ich stolze Besitzerin eines ihrer Schmuckstücke. Ich liess mir zudem noch ein zweites, direkt aus den Niederlanden herschicken, da sie ein Kettchen, welches ich begehrte, nicht in der von mir gewünschten Länge dabei hatte.

In Begleitung einer Vogelschar ging‘s im Hagelschauer dem Bach entlang

Als ich endlich beim Ausstellungsbereich angelangt war, der mir persönlich am meisten Herzhüpfen verursacht, brauchte ich zuerst mal eine kurze Verschnaufpause. Dank sei zwei vollgestopften Taschen, Notizbuch und griffbereitem Stift, hatte ich schon nach vierzig Minuten Krämpfe in beiden Armen. Ein rosaroter Pfeil auf dem Boden wies mir den Weg zur „Fashion Lounge“. Ich setze mich auf eine der Stufen des kurzen Treppenabsatzes, welcher zur Fläche führte auf der sich die Lounge befand. Sie präsentierte sich eher langweilig. Ein riesiger hellgrauer Teppich grenzte den Loungebereich ein. Auf ihm standen asymmetrische Polsterelemente neben tiefen Tischchen auf Steckenbeinchen. Die Loungeeinrichtung wirkte unter der hohen Decke eher verloren, als einladend. Die Gespräche in der Lounge glichen auch mehr einem leisen Getuschel. Da war mir die Atmosphäre der Alphütte im Parterre doch noch lieber.

Nach der kurzen Pause setzte ich meinen Rundgang fort. Von klassischen Basics, über alternativ wirkende Filzkleider, diversen Stoff- und Ledertaschen, eleganten Vintagekleidern zu flauschigen Stricksachen war wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Nachdem ich an vielen mir bekannten Labels, wie Ida Gut, Kleinbasel, Little Black Dress, Amok und Tarzan vorbeikam, hielt ich nach mir Unbekanntem Ausschau.

Als erstes entdeckte ich das Label Hageli von Claudia Hägeli. Zu sehen gab‘s lässig bis elegant bedruckte Foulard, welche teilweise durch Zusammennähen zu einer Art losen Matrosenkragen oder Jabot wurden. Bei Yoshiki von Tülay Kula überzeugten mich ebenfalls abwechslungsreiche Prints bei Oberteilen und Foulards. Die gemusterten Foulards waren frühlingshaft mit Schmetterlingen versehen, die Unifarbenen dagegen mit schönem Spitzeneinfass versehen.
                                 Yoshiki Fashion
Herausgestochen ist auch der Stand des Labels Fink und Star von Lea Schiesser und Nina Lehmann. Die feinen Overalls in Blau oder mit buntem Blumenmuster, welche am Ständer hingen und welche die Designerinnen auch selbst trugen, zogen als erstes meinen Blick auf sich. Nach einem kurzen Gespräch mit einer der Zweien wurde ich persönlich durch die sportlich verspielt und zugleich sehr romantische Kollektion geführt. Mein Liebling war ein weites, weisses Fledermausshirt mit lässigem schwarzen Print und Tunnelzug auf halber Höhe. Die Kleidungsstücke waren reich an schönen Detailarbeiten, wie zum Beispiel mehren Knöpfen am Halsausschnitt zur Veränderung dessen.
                                                  Romantisches von Fink und Star

Zum Schluss schaute ich mich noch in der „Bolero’s Choice #1“- Ecke um, in welcher das Modemagazin „Bolero“ eine Hand voll Designer präsentierte. Gefallen haben mir die Sachen von Only E.T Will Judge Me. Es handelte sich dabei um handgefertigte Haarreifen mit markanten Rosen in unterschiedlichen Grössen, Farben und Materialien.

Daneben tauchte für mich Altbekanntes auf. Das Taschenlabel Griesbach von den Schwestern Griesbach. Trotz herkömmlichem Material Leder, schaffen sie es immer wieder durch überragende Verarbeitung und unkonventionellen Formen zu überraschen. Dabei bleibt völlig unbemerkt, dass die zwei in Winterthur lebenden, sowie arbeitenden Schwestern zu Beginn totale Quereinsteiger waren.

                                    Griesbach Taschen

Manchmal bringen Newcomer eben nicht viel Neues

Oben auf der Galerie angekommen, machte ich mich zum Endspurt bereit. Hier Oben waren auch die Fach- und Hochschulen wie die „Schweizer Textil Fachschule“ oder die „Hochschule Luzern“ vertreten. Die “Hochschule Luzern“ hatte sich mit anschaulichem Material zu den Studienrichtungen Textil-, Objekte und Materialdesign am meisten ins kreative Zeug gelegt.

Auf dem Weg zum Newcomer-Abteil im hintersten Ecken der Ausstellung lief ich noch am Stand eines bekannten Gesichts in der Textilbranche, niemand geringerem als Jakob Schläpfer, vorbei. Natürlich war Herr Schläpfer nicht selbst anwesend, sondern liess durch seine Vertretung die neusten Accessoires, Schals und Colliers  aus seinem Laden „Bambola“ präsentieren.
                                           Lapen von Charaktersachen
Bei den Jungdesignern, Neudesignern oder zu Englisch einfachheitshalber Newcomern angekommen, entdeckte ich nicht viel Neues. Einzige wirklich innovative Idee stammte vom Label Charaktersachen von Moritz Profitlich. Er zeigte unter anderem, äusserst originelle Lampen in Form von Glühbirnen in Weckgläsern. Leider hatte der, aus Konstanz angereiste  Deutsche, einen etwas unglücklichen Ausstellungsplatz in der hintersten Ecke bekommen.

Mein Fazit der diesjährigen Messe lasse ich aus, zitiere jedoch zum Schluss Paulchen, der rosarote Panter: „Heute ist nicht alle Tage, ich komme wieder keine Frage!“.