Körperkunst – Extra Bodies

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Wann gilt ein menschlicher Körper als Kunst? Kann lebendes Fleisch als eigenständiges Kunstwerk bezeichnet werden oder funktioniert das nur durch Manipulation oder im richtigen Setting? Dieser Frage geht das Migros Museum für Gegenwartskunst in der Ausstellung «Extra Bodies» nach. 

Den ersten Stein für das künstlerische Phänomen der «Extras», das zu Beginn des neuen Jahrtausends einen Boom erlebte, legte wohl der spanische Bildhauer Santiago Sierra. Ende der Neunzigerjahre bezahlte er sechs kubanische Jugendliche dafür, sich gemeinsam eine 2.50 Meter lange schwarze Linie auf die rücken tätowieren zu lassen. Sierra war einer der ersten, der das Zurückgreifen auf ‹andere Körper› , also den direkten Einbezug von Statisten (engl.: «extras»), in der Kunst gängig machte.

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Nicht weniger spektakulär ist ein weiteres Werk, das in der umfangreiche Gruppenausstellung – die sich über beide Stockwerke des Museums erstreckt – zu sehen ist. Für sein Projekt « Fairytale» (dt.: Märchen) schickte der chinesische Künstler Ai Weiwei 1001 Landsleute ins deutsche Kassel und fotografierte sie dabei, resp. liess sie auch selber fotografieren. 3,1 Millionen Euro kostet das Vorhaben. Für die Teilnehmer war es das Erlebnis ihres Lebens.

Projekt «Fairytale» von Ai Weiwei

Natürlich kommt bei solchen Projekten mit Laien immer die Frage nach der Grenzüberschreitung auf. Ist es geschmacklos, wenn der mexikanische Künstler Yoshua Okón übergewichtige Aktmodelle in einem McDonalds fotografiert? Oder ist es pietätlos, wenn Santiago Sierra ein paar duzend Männer in der Hündchen-Stellung ablichtet? Auch dieser Frage wird nachgegangen. Sowie der Auffälligkeit, dass der Betrachter weder direkt eingebunden noch zur Teilnahme eingeladen wird

Infos

Die Ausstellung «Extra Bodies» läuft bis zum 4. Februar 2018
Migros Museum für Gegenwartskunst, Limmatstrasse 270, Zürich

Die Öffnungszeiten findest du hier

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