Lieblinge der Woche: Highlights der Criterion

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Wie entstehen Jeans aus europäischem Flachs? Backsteine aus Hanf? Wie werden Stoffe von Hand gewoben? Oder welche Lebensmittel lassen sich aus Mehlwürmern und Heuschrecken herstellen? Am Criterion Festival, das dieses Wochenende das erste Mal in Oerlikon über die Bühne geht, findest du es heraus.

Als ich das erste Mal von der Criterion hörte, war ich etwas skeptisch. Eine weitere Messe für junges nachhaltiges Schweizer Design? Wie unterscheidet diese sich von etablierten Formaten wie der Blickfang oder der Designgut? Wie will sie sich profilieren?

Hier wird den Besuchern gezeigt, wie eine Siebdruckmaschine funktioniert

Obwohl an der Criterion mittlerweile bekannte Labels wie Claudia Nabholz, Soeder oder Einstoffen ausstellen, war beim Durchlesen des Programms der wichtigste Unterschied zu ähnlichen Formaten schnell klar:  Am Festival in der Messehalle Oerlikon zeigen die rund 120 Aussteller aus den Bereichen Design, Kosmetik und Food nicht nur ihre Kollektion oder ihr Sortiment, sie zeigen auch wie viel Handwerk, Fachwissen und Detailliebe in einem Qualitätsprodukt stecken.

Das Criterion Festival findet noch bis heute Abend, Sonntag, 8. April 2018, um 18 Uhr in der Messehalle Oerlikon statt. Bei welchen Ständen es sich auf jeden Fall lohnt bis dahin noch vorbei zu schauen, erfährst du gleich unten. 

Die sechs trendkomplottschen Favoriten:

Hans Method: Fair baden gehen

Es gibt Tolleres als ein Bikini auszusuchen. Das gibt es gleich zwei Teile, die nirgends zwicken und spannen sollten. Daneben will man sich im Knappen Kleidungsstück auch sehen lassen können – es sollte also auch etwas hermachen. Hat man nach mühsamer Prozedur ein perfekt sitzendes und schönes Ensemble gefunden, wird die Freude spätestens nach dem betrachten der Etikette getrübt: Die meisten Badekleider werden in Billiglohnländern in Asien hergestellt.

Darüber ärgerte sich auch Izzy Büker und beschloss, mit Hans Method ein nachhaltiges Label auf die Beine zu stellen. Doch erst musste sie ihr Projekt via Crowdfunding zu finanzieren versuchen. Das war 2017. Die ersten Modelle sind nun fertig. Darunter freizügige Zweiteiler zum Sünnele und eher an funktionale Surfermode angelehnte «stoffreichere» Stücke. Hergestellt wurden sie in Spanien – ganz ohne Billiglohnarbeit. 

Mehr Informationen findest du auf der Facebook-Seite 


Fidea Design: Den Alltag spielerischer gestalten

Dass simple Alltagsgegenstände und Büromaterial weder langweilig aussehen, noch aus billigem Plastik sein müssen, beweisst Fidea Design aus Luzern. Ob Schuhputzset, Stifthalter, Notizblöcke – für die Terminplanung oder Problemlösung –, Jasskartenbox oder Windlichler: Hier ist alles aus natürlichen Materialien hergestellt. Die formschönen und  intelligenten Produkte, die alle eine verspielte Komponente haben, werden mehrheitlich von sozialen Institutionen in der Schweiz hergestellt und verarbeitet.

Mehr Infos und den Webshop findest du hier


Lebelang: Schön aufgehängt

Die Freude an nachhaltigen, altbewährten Materialien teilt auch Sabrina Hirsiger, Gründerin von Lebelang. Ihre kleinen Wandregale, Lampen, Kerzenhalter, und Jackenhacken sind aus Metall und Emaille gefertigt, einem vielseitigen Material hergestellt aus Quarz, Oxyden und Wasser, das bereits unsere Grosseltern für Geschirr, Backformen oder Schilder verwendeten.

Ihre Produkte lässt die Designerin im eigenen Emaillierwerk in Luzern von einem Team herstellen, das mit Stolz und Herzblut dieses traditionelle Handwerk pflegt.

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La flor – Zurichocolatier: Herber Schoggigenuss

Kleinmanufakturen, die Schokolade von Grund auf selbst fertigen, sind derzeit im Trend. Zu den hiesigen Beispielen gesellt sich das Zürcher Label La Flor. Dessen Initiantin, Slow­-Food­-Gastronomin Laura Schälchli, hatte genug vom Einheitsbrei im Schoggiregal. Denn sind wir ehrlich: Industrieschokoladen unterscheiden sich geschmacklich nur, weil die eine zusätzlich Nüsse und die andere Caramel enthält.

Für die Realisierung ihrer eignen Schokolade spannte Laura Schälchli mit dem Gastronomen Ivo Müller (vom Resturant«Rosso»), Heini Schwarzenbach, Inhaber des gleichnamigen Kolonialwarenladens im Niederdorf und dem Lebensmitteltechnologen Finn Ramseier zusammen. Damit die Tafeln auch optisch etwas hermachen wurde zudem die Grafikerin Zelia Zadra ins Boot geholt. Mittlerweile hat sich das Team in einer ehemaligen Backstube in der Binz niedergelassen, wo zurzeit vier verschiedene  Schokoladensorten produziert werden. Verwendet werden dafür erstklassige Kakaobohnen von kleinen Produzenten –  ganz ohne Zusatzstoffe.

Weitere Informationen zur Produktion und Verkaufsorten findest du hier


Lahara Design: Vielseitige Begleiter

Eine Handtasche ist Fraus beste Freundin – im Idealfall. Dann nämlich, wenn man in ihr alles Überlebensnotwendige verstauen kann, diese Alltagshelfer mit einem Griff gefunden werden und sie auch noch jedes Outfit verschönert. Solche Taschen sind leider aber sehr rar. Nicht so bei der Kollektion von Lahara Design. Beim Label aus Lausanne findet man Shopper, Umhängetaschen und Clutches, die mit ihren satten Farben und verspielten Details für etwas Freude im Alltag sorgen und zugleich auch sehr praktisch sind. So kann im mittleren und festen Fach des Shoppers ein Laptop oder Tablet verstaut werde, die Clutch mit einem (abnehmbaren) Armband am Handgelenk befestigt werden oder mittelgrosse Umhängetasche verfügt über ein äusseres Fach, in dem das Smartphone griffbereit verstaut werden kann.

Neben den Taschen finden Mann auch Visitenkartenetuis und Frau Laptophüllen, sowie Ohrringe und Broschen, die aus Lederresten hergestellt werden. Die gesamte Kollektion wird aus vegetabil gegerbten Kalbsleder aus der Toskana in zwei kleinen italienischen Betrieben umgesetzt. Die Innenfutter der Taschen, ein Baumwoll-Leinen-Gemisch, stammen ebenfalls aus Italien.

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Wildbienenpatenschaft – BeeHome : Ein nützliches Haustier

Spätestens seit Markus Imhoofs Film «More Than Honey» wissen wir: Ohne Bienen verschwindet ein Drittel unserer Lebensmittel. Um die hiesige Binenpopulation zu vergrössern hat sich die  Organisation «Wildbiene + Partner» ein Patenschaftsprojekt ausgeklügelt, bei dem Mauerbienen von Privatpersonen gezüchtet werden können.

Wie das funktioniert? Die Wildbienen-Patenschaft beginnt (vorzugsweise im Frühling) mit dem Kauf eines Wildbienen-Häuschens, das übrigens in sozialer Produktion in der Schweiz hergestellt wird. Wildbienen sind mit ihrem winzigen Stachel für Mensch und Tier harmlos – man kann das BeeHome also problemlos auch auf dem Balkon montieren, sollte man keinen Garten haben. Dazu erhält man eine Mauerbienenpopulation in Form von Kokons. Mauerbienen leben anders als Honigbienen nicht in einem Staat: Sie haben daher keine Königin, keine Arbeiterinnen und sie produzieren auch keinen Honig.

Nach dem Schlüpfen werden die Bienen im Häuschen ihre Nester bauen und Pollen und Nektar sammeln gehen. Im Sommer schlüpfen die Nachkommen, die sich in den Schwarm einfügen, bevor alle Bienen im Herbst langsam aber sicher zum Winterschlaf übergehen. Dann kommt die Zeit, in der die Innenbox des Bienenhäuschens samt erweiterter Population an «Wildbiene + Partner» zurückgesendet wird.  Dort sorgt man sich für die fachgerechte Überwinterung und sendet die renovierte Innenbox anschliessend an den Käufer zurück, der darin im nächsten Frühling eine neue Startpopulation ansiedeln kann.

Zum Shop und detaillierteren Infos geht es hier

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