Hinter den Kulissen mit SRF-Insidern am ZFF 2016

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Weshalb Radiomoderator Fabio Nay an seinem freien Freitagabend nicht die Füsse hochlegen kann, weshalb sich Glanz&Gloria-Reporterin Sophie Käser doppelt über ihr blaues Kleid freut und was Nik Hartmann und Marco Thomann treiben, wenn sie gerade mal nicht knutschen: Erfuhren wir an der SRG-Insider-Tour.

Freitag, 30. September 2016, Treffpunkt: SRF-Box, direkt neben der Promi-Meile des Zürcher Film Festivals auf dem Sechseläutenplatz. Auf dem grünen Teppich war noch nicht viel los, dafür hat sich schon ein zahlreiches Publikum versammelt. Schliesslich soll hier in wenigen Stunden der Kinderstar und mittlerweile etablierte Schauspieler Daniel Radcliffe alias Harry Potter auftauchen. Bis dahin erklärte Radiomoderator Fabio Nay die Aufgabe des SRF als Media-Partner des ZFF beinhaltet. So senden die Journalisten von Fernsehen und Radio nicht nur live vom Festival und interviewen Schauspielerinnen und Drehbuchautoren, sondern fungieren auch als Förderer. Dieses Jahr wurde vom SRF, zusammen mit Telepool und dem Zurich Film Festival, zum vierten Mal der «Treatment Award» vergeben. Der Award für Drehbuchautoren ist mit 5’000 Franken dotiert. Zudem erhält die Gewinnerin oder der Gewinner einen Beitrag zur Drehbuchentwicklung im Wert von 25‘000 Franken.

Ein Auto fährt auf den – sonst autofreien – Sechseläueplatz. Aussteigen tut niemand geringeres als Woodey Harrelson, bekannt von Cheers oder The Hunger Games. Der texanische Schauspieler ist derzeit in Zürich, um den Film LBJ zu präsentieren, in dem er die Hauptrolle als US-Präsident Johnson spielt. Er sehe etwas müde aus bemerkt ZFF-Presseverantwortliche Fabienne Kipfer. Ihr sei zu Ohren gekommen, er habe am Abend zuvor das Zürcher Nachtleben erkunden wollen. „Aber das wisst ihr nicht von mir“, sagt Fabienne mit einem Augenzwinkern. Dass Harrelson trotzdem geduldig Autogramme verteilt und für Selfies mit Fans posiert, verdankt er vielleicht einer Stärkung im  Hiltl. Dort soll sich der bekennende Veganer laut FB-Seite des Vegi-Restaurants mehrmals verköstig haben. Allgemein gefalle den Promis Zürich gut, meint Fabienne. Hugh Grant habe sich nach dem Dinner sogar Zeit für einen Abendspaziergang genommen. Viel freie Zeit, um Stadt- und Nachtleben zu erkunden, bleibt den Stars in der Regel aber nicht. Die internationalen Gäste sind meist auf Promotour durch ganz Europa oder auf der ganzen Welt und rennen von einem Interviewtermin zum nächsten.

Der dichte Terminkalender und die Manager, die mit der Stoppuhr neben den Stars sitzen, würden die Interviews weder für diese noch die Journalisten besonders angenehm gestalten, bestätigt Sophie Käser von der SRF-Sendung Glanz&Gloria. Sie steht schon bereit, um in einer Stunde Daniel Radcliffe befragen zu dürfen. „Genau 5 Fragen – mehr gibts nicht“, sagt Sophie. Dass die Schauspieler einem gar nicht beachten komme leider auch vor. Als Medienpartner hat SRF aber den Vorteil ein Anrecht auf gewisse Interviews zu haben, erklärt Fabio. Es sei ihr zum Glück noch nie passiert, dass man ein Interview gar nicht habe ausstrahlen können, sagt Sophie. Egal wie kurz oder auch mal patzig die Antworten sind, man kann sie immer in einen Beitrag einbetten, vielleicht einfach an einer anderen Stelle als geplant. Es könne natürlich auch mal das Gegenteil eintreffen und anstelle eines Kurzinterviews entstehe ein etwas längeres Gespräch, so die Glanz&Gloria-Reporterin. Das sei auch Abhängig vom Gemütszustand des Befragten, so Sophie. Woodey Harrelson beispielsweise habe ihr schon von weitem zugelächelt, als er sah, dass sie heute beide das gleiche Blau tragen. Solche zufälligen Eisbrecher machen ein Interview für beide Seiten gleich angenehmer.

Auch die Radiojorunalisten Nik Hartmann und Marco Thomann haben seit einer Woche täglich mit zickigen, spontanen oder auch hungrigen Gästen (der Hangover von Alexander Skarsgård, dem «Tarzan»-Star wurde mit einer Birne aus Marco Thomanns Garten zu mildern versucht)  zu tun. „Eben war die deutsche Schauspielerin Veronica Ferres hier und hat uns sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass es sich bei einem Glässchen Prosecco besser quatschen liesse“, erzählt Marco. Da musste Online-Kollegin Nicole halt mal schnell zum Food-Zelt rennen. Da die Stars auch beim Radio nicht lange verweilen, war schnelles Agieren gefragt. Sehr vieles sei auch hier streng durchgeplant erklärt Nik Hartmann. Die groben Abläufe werden bereits Monate im Voraus festgelegt, doch im Gegensatz zum Fernsehen, müsse und dürfe man hier auch spontaner sein – in der Moderation so wie mit den Interviewpartnern. Das lockere Klima im SRF-Kabäuschen lässt die Stars nicht nur eher aus dem Nähkästchen plaudern, nein, sie verraten den Moderatoren auch ihre schauspielerischen Tricks und Kniffe. So gab die Schweizer Akteurin Isabella Schmid den Kuss-Coach und brachte Nik und Marco die Technik des Filmkusses bei (dieser wurde nach langem Sträuben seitens Marco, dann auch erprobt).

Zurück auf dem Dach der Box sollte es eigentlich nicht mehr lange dauern bis der Star des Abends – Daniel Radcliffe – eintreffen sollte. Er kam ans ZFF um seine beiden neuen Filme „Swiss Army Man“ (hier die Vorschau), in dem er eine Leiche spielt, und „Imperium“, in dem er einen FBI-Undercoveragent gibt, der in eine rechtsextreme Terroristengruppe eingeschleust wird. Um 20.15 Uhr fuhr endlich erneut ein Auto über den Sechesläutenplatz. Die Menge fing an zu toben. Doch wer steigt aus? Nicht Daniel Radcliffe.

Dieser liess glücklicherweise nur noch 10 Minuten auf sich Warten. Doch war der 165cm kleine Mann zwischen kreischenden Fans, zwei baumhohen Bodyguards und umringt von Kameras von weitem nur schwer zu erkennen. Bemerkenswert war, dass er trotz sichtlich genervter Managerin, den drängenden Bodyguards im Nacken und ohrenbetäubender rufe nach „Daniel“ und „Harry“ viel Zeit für Autogramme und Fotos nahm. Auf dem grünen Teppich angekommen stellte er sich auch geduldig den Fragen der Journalisten. Wir verabschiedeten uns von den Dachterrasse aus winkend vom sympathischen jungen Briten, den ich – obwohl nie ein echter Potterfan – nach diesem Abend echt ins Herz geschlossen habe, und entschieden uns den Heimweg – wie Hugh Grant – zu Fuss anzutreten.

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