Reiseberichte der ungewöhnlichen Art

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Texte, Tuschzeichnungen und schwarz-weiss Bilder: Die Schweizer Journalistin Katharina von Arx (1928–2013) und der französische Fotograf Freddy Drilhon (1926–1976) hatten unterschiedliche Wege gefunden, fremde Orte und dort Erlebtes fest zu halten.

Der Beginn der ungewöhnlichen Liebes- und Lebensgeschichte des weit gereisten Paares ist im aktuellen Kinofilm «Bis ans Ende der Träume» zu sehen – was danach geschah, wird bald in Text und Bild in der neusten Ausstellung im Berner Kornhausforum zu sehen sein.

Ihr Beruf brachte sie zusammen

Bereits ihr Kennenlernen war aussergewöhnlich. Katharina von Arx und Freddy Drilhon begegneten sich in den Fünfzigern das erste Mal fern der Heimat. In Tonga. Einem Inselstaat im Südpazifik, der zu Polynesien gehört, wo die Reporterin für die Illustrierte «sie+er» unterwegs war. Was in sofern besonders war, da es für eine Mittzwanzigerin von damals nicht selbstverständlich war, alleine und so weit zu reisen. 

Dorf Womkama, Chimbu-Tal, Neuguinea. Foto: Freddy Drilhon, 1957

Das Fernweh hatte die Zürcherin jedoch schon früher, im August 1953, gepackt. Es führte die damals 25-Jährige von Indien über Japan bis in die USA – meistens per Anhalter. Ihre erste Reise finanzierte sie sich mit dem Verkauf von Tuschzeichnungen, die sie als Ergänzung zu ihren Reiseberichten fertigte. Diese wiederum veröffentlichte sie 1956 im Buch «Nehmt mich bitte mit! Eine Weltreise per Anhalter», das ein Bestseller wurde.

Waghalsiger Sprung junger Männer von einem hölzernen Turm auf der Pentecost-Insel. Foto: Freddy Drilhon, 1952

Ihre Art zu Reisen änderte sich dann, als Katharina von Arx schliesslich Freddy Drilhon kennenlernte. Dieser war nach dem Zweiten Weltkrieg in der Südsee als Korrespondent und Fotoreporter unterwegs. In ihm fand die Journalistin erstmals einen festen Reisebegleiter. Zusammen ging es zur Südsee und weiter. Eine Expedition führte sie 1957 in die verbotene Zonen in Neuguinea. 1958 kam die gemeinsame Tochter zur Welt.

Die Abenteurerin und der Fotograf

Historiker Wilfried Meichtry vergleicht das Paar mit Iris und Peter von Rothen, der Frauenrechtlerin und dem katholischen Intellektuellen und Politiker.  Da das Paar sich ebenfalls den prüden Konventionen und Denkschemen der 1950er-Jahren widersetzte. 2015 widmete Meichtry, der auch Autor und Filmer ist, den beiden bereits die  Doppelbiografie «Die Welt ist verkehrt, nicht wir!», die den Stoff für den Film «Bis ans Ende der Träume» lieferte, der derzeit im Kino läuft.

Die Ausstellung «Abenteurerin und Fotograf» auf der Galerie des Kornhausforums versteht sich als Sideline zum Film. Sie vereint Tuschzeichnungen von Katharina von Arx mit Fotografien von Freddy Drilhon. Wie etwa jene von seinen Expeditionen zu den Big Nambas, einen Stamm einstiger Kannibalen auf der Vulkaninsel Malicolo auf den Neuen Hebriden.


Die Ausstellung läuft vom 16. Februar bis zum 17. März 2018

Die Vernissage der Ausstellung ist am Donnerstag, 15. Februar um 19 Uhr

Öffnungszeiten des Kornhausforums: Dienstag – Freitag 10:00 – 19:00 Uhr
Samstag 10:00 – 17:00 Uhr

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